Easygenerator war die richtige Entscheidung. Vor drei Jahren.
Damals ging es darum, Trainingserstellung aus der Abhängigkeit von zwei Storyline-Profis zu lösen und Fachbereiche selbst produzieren zu lassen. Das hat funktioniert. Die Frage heute ist eine andere: Reicht ein folienbasiertes Werkzeug noch, wenn Ihre Inhalte ständig veralten und in fünf Sprachen ausgerollt werden müssen?
Was Easygenerator gut macht
Das gehört an den Anfang, denn die Stärken sind real. Der Einstieg ist einfach, Fachexperten kommen ohne didaktische Schulung zurecht, die Oberfläche ist aufgeräumt, und im europäischen Mittelstand ist das Werkzeug etabliert. Wer von PowerPoint kommt, findet sich in einer Stunde zurecht.
Der Ansatz, Fachbereiche selbst produzieren zu lassen, ist der richtige. Genau das ist der Hebel, der Trainingserstellung skalierbar macht, unabhängig vom Werkzeug.
Der Unterschied liegt woanders: darin, was am Ende aus dem Werkzeug herauskommt.
Wo die Rechnung kippt
Easygenerator ist im Kern folien- und textbasiert. Aus Inhalten werden strukturierte Seiten mit Text, Bildern und Fragen. Für Wissensvermittlung, die sich lesen lässt, ist das ausreichend.
Drei Anforderungen laufen gegen diese Bauweise.
1 Video ist kein Nebenformat mehr
Softwareschulungen brauchen Screencasts. Unterweisungen funktionieren besser gezeigt als beschrieben. Wer Video will, produziert es woanders und bindet es ein. Damit sind Sie wieder bei einer Werkzeugkette, die jemand pflegen muss.
2 Der Input bleibt Handarbeit
Ein folienbasiertes Werkzeug beschleunigt das Zusammenbauen. Es beschleunigt nicht das Davor: das Skript, die Abstimmung mit dem Fachbereich, die drei Korrekturrunden. Genau dort liegt in den meisten Teams der größere Zeitblock, wie die ehrliche Kostenrechnung für ein Schulungsvideo zeigt.
3 Sprachversionen bleiben ein Projekt
Text lässt sich übersetzen. Ein vertontes Training mit Sprecher, Timing und Untertiteln nicht in einem Schritt. Ab der dritten Sprache dominiert dieser Posten die Gesamtkosten.
Keiner dieser drei Punkte ist ein Mangel im engeren Sinn. Sie sind die Konsequenz einer bewussten Produktentscheidung: Easygenerator baut Folienkurse, keine Videokurse.
Der andere Ansatz
Omnora setzt eine Ebene früher an. Statt einen Kurs zu bauen, erfassen Sie Wissen und lassen den Kurs entstehen.
Drei Wege führen hinein:
- Interview-to-Training. Ein KI-gestütztes Experteninterview holt das Wissen aus dem Kopf, mit Nachfragen dort, wo eine Aussage unvollständig bleibt.
- Document-to-Training. Vorhandene Arbeitsanweisungen, SOPs und Präsentationen werden zu strukturierten Kursen.
- Text-to-Video. Das Wissen ist aufgeschrieben, das System macht ein Training daraus.
Was herauskommt, ist ein vollständiger Kurs: Avatar oder Screencast oder Realvideo, Vertonung, Quiz direkt im Video, SCORM- und xAPI-Export, Untertitel und Übersetzung. 120+ Avatare, 140 Sprachen für Untertitel und Übersetzung, 50+ Sprachen für die Vertonung.
Typischerweise bis zu 80 Prozent schnellere Produktion pro Trainingsstunde gegenüber klassischer Kursproduktion. Das ist ein Erfahrungswert, keine Garantie.
Die zwei Punkte, die im Betrieb den Ausschlag geben
1 Aktualisierung ohne LMS-Zirkus
SCORM-Remote-Update heißt: Sie ändern den Inhalt, die Änderung greift, kein Neuimport. Rechnen Sie das für Ihren Bestand durch. Bei 200 Kursen und einer halben Stunde LMS-Handarbeit pro Update sind das 100 Stunden im Jahr, die nur aus Import und Versionierung bestehen.
2 Sprachversion als Export statt als Vorhaben
Die Quelle bleibt eine, die Sprachfassungen entstehen daraus. Damit entfällt auch die Versionsdrift, bei der die deutsche Fassung aktuell ist und vier andere auf dem Stand von vorletztem Jahr stehen. Wie das im internationalen Rollout aussieht und was trotzdem ein Mensch prüfen muss, steht im Beitrag zu mehrsprachigen Schulungsvideos ohne Übersetzungsagentur.
Dazu Compliance-Merkmale, die in regulierten DACH-Branchen oft die Beschaffung entscheiden: Hosting in Deutschland auf Azure, DSGVO-konform, TISAX-zertifiziert, keine Nutzung Ihrer Daten für Modelltraining, kein Datentransfer in die USA.
Was das in der Praxis bedeutet
DPD Deutschland arbeitet seit 2022 so: rund 9.000 Mitarbeitende, 79 Depots. In zweieinhalb Jahren über 1.800 Videos, produziert von etwa 240 aktiven Autor:innen aus den Fachbereichen. Die Produktionszeit pro Lernvideo fiel von rund einem Arbeitstag auf etwa eine Stunde.
Die interessante Zahl ist nicht die Stunde, sondern die 240. Das ist derselbe Gedanke, mit dem Sie sich für Easygenerator entschieden haben, nur eine Formatstufe weiter.
Ehrlich zur Grenze
Für sehr komplexe, verzweigte Kursszenarien und Simulationen ist Articulate stärker als beide. Omnora ist bewusst auf Video plus Microlearning spezialisiert. Wenn Ihr Kernbedarf verschachtelte Entscheidungspfade sind, ist keins der beiden hier die richtige Antwort. Die Abgrenzung steht im Vergleich zur Articulate 360 Alternative.
Und wenn Ihre Inhalte überwiegend Text sind, sich selten ändern und nur in einer Sprache ausgerollt werden, dann ist ein Wechsel kein Gewinn. Dann arbeitet Easygenerator genau in seinem Bereich.
Wann ein Wechsel sich rechnet
Drei Signale, die zusammen den Ausschlag geben:
- Mehr als etwa 20 Trainings im Jahr, die regelmäßig aktualisiert werden müssen
- Mindestens zwei Sprachen im Rollout
- Ein wachsender Anteil an Themen, die gezeigt und nicht beschrieben werden müssen
Treffen alle drei zu, verschiebt sich die Rechnung deutlich. Trifft nur eins zu, wahrscheinlich nicht.
Ein pragmatischer Zwischenweg funktioniert ebenfalls: Easygenerator bleibt für textbasierte Kurse, die Videostrecke läuft parallel. Das erzwingt keine Migration und liefert nach sechs Wochen belastbare Zahlen für die Entscheidung.
Der Test, der Klarheit bringt
Nehmen Sie Ihre letzten zehn produzierten Trainings und beantworten Sie drei Fragen. Wie viele davon wären als Video besser gewesen? Wie oft wurde jedes seit Erstellung aktualisiert? In wie vielen Sprachen liegt es vor?
Die dritte Frage ist die entscheidende. Wenn die Antwort überwiegend eins lautet, obwohl Sie an mehreren Standorten arbeiten, dann ist das kein Bedarf, der fehlt. Es ist einer, der am Aufwand gescheitert ist.





